Portrait Frank Kimpel

Foto: privat

Frank Kimpel ist stellvertretender Leiter der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung BlueBox in Siegen und hier Ansprechperson für den Bereich Jugendkulturarbeit. Durch seine eigenen Erfahrungen als Musiker hatte er schon früh den Wunsch in die Jugendarbeit zu gehen.


1. Worin unterscheidet sich die Bluebox von anderen Jugendfreizeiteinrichtungen?

Ich denke nicht, dass sich die BlueBox großartig von anderen Jugendeinrichtungen unterscheidet. Jede Einrichtung hat ihre Schwerpunkte. Bei uns stehen kulturpädagogische Angebote und die Jugendkulturarbeit im Fokus. Das sind unsere Methoden, wie wir Kinder und Jugendliche ansprechen und erreichen können. Der sozialpädagogische Ansatz, sprich Offenheit und Freiwilligkeit sowie die Beziehungsarbeit sind dabei die wichtigsten Grundpfeiler. Die meisten Angebote entstehen durch Beobachtungen und Beteiligungsprozesse. Speziell ist bei uns jedoch die Altersstruktur, da wir uns mit den Angeboten auch an junge Erwachsene bis 26 Jahre wenden.

2. Hat sich das Interesse an kulturellen Angeboten bei den Jugendlichen in den vergangenen Jahren verändert? Anders gefragt: Was interessiert die Jugendlichen zurzeit besonders?

Die Konstanten wie (Rock-)musik, HipHop (Musikwerkstatt), Tanzen und diverse kreative Angebote bestehen kontinuierlich seit vielen Jahren als feste Angebote. Da ist definitiv ein reger Bedarf vorhanden. Aufgrund der sozialen Medien sind zudem viele medienpädagogische und -gestalterische Angebote hinzugekommen. Momentan laufen bei uns in der Einrichtung auch viele Aktionen aus dem Animee und Manga Bereich. Das geht zufällig von den Jugendlichen der BlueBox bzw. aus Siegen aus und ist ein regionales Phänomen (aber mit überregionalem Zuspruch) und kann in anderen Kommunen völlig anders aussehen.

3. Welche Überlegungen haben dazu geführt, dass Sie Ihren Schwerpunkt in Zukunft noch stärker auf der Jugendkulturarbeit legen wollen?

Das ist letztendlich eine logische Konsequenz. Die Überlegungen resultieren eindeutig aus den Interessen und Fachkompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle MitarbeiterInnen der BlueBox sind selbst künstlerisch oder musikalisch unterwegs. D.h. in Sparten, wie z.B. Musik, Theater, Comedy, Poetry, Werken und Gestalten, Basteln, Tanz, etc. sind zumindest Grundkenntnisse vorhanden, die den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden können. Durch ein großes Netzwerk aus Vereinen, Initiativen und kommunalen Einrichtungen, die kulturpädagogisch arbeiten, können wir darüber hinaus ein weites kulturelles Feld bedienen.

4. Sie sind selbst Musiker/Bassist – wie beeinflusst das Ihre Arbeit?

Sagen wir mal so. Meine Betätigung in Bands hat mich mit schon sehr früh mit dem Thema Jugendarbeit vertraut gemacht. Sehr oft habe ich in Jugendtreffs gespielt und habe viele (sowohl positive als auch negative) Facetten der Jugendarbeit kennengelernt. Deswegen hat sich sehr früh mein Wusch entwickeln, selbst später mal in einem Jugendzentrum zu arbeiten, um jungen Bands einfach ein Forum zu schaffen. Mit der Zeit habe ich auch andere Bereiche der kulturellen Bildung kennengelernt, die ich jetzt auch von ganzem Herzen unterstütze.

5. Was bedeutet Ihnen die Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW/ Was planen Sie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle?
Wie arbeiten Sie mit der Arbeitsstelle“ Kulturelle Bildung NRW“ zusammen

Mit der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW haben wir vor einigen Jahren einen Fachtag zum Thema Jugendkultur und kulturelle Bildung organisiert und durchgeführt. Aus diesem Fachtag entstand ein regelmäßiger Arbeitskreis mit Akteuren aus der Jugendarbeit in Moderation der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW (Frau Schorn). Dadurch ist ein enges Netzwerk in Siegen entstanden von dem alle Akteure bis heute noch profitieren. Für 2023 ist ein erneuter Fachtag geplant. Auch bei speziellen Fragen kann ich mich jederzeit an die Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW wenden und bekomme immer fachkompetente Antworten.


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