
Foto: Anette Berns
Axel Jansen ist Kommunikations- und Multimedia Designer mit Ausbildung zum Berater für erlebnisorientierte Pädagogik, Teambuilding und -entwicklung, Präventionsfachkraft, Schulungsreferent Prävention sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Jugendkunstschulleiter und im Leitungsteam der Bleiberger Fabrik.
1. Kulturelle Bildung und Ganztag sind 2026 ein besonderes Thema. Wo sehen Sie die besonderen Herausforderungen und Chancen?
Aktuell sehe ich an einigen Stellen einiges näher zusammenwachsen als es vor einigen Jahren noch denkbar gewesen wäre. Vereinzelt gibt es Berührungspunkte zwischen Trägern, Kooperationspartnern und Schulen, der große Ansturm an Kooperationsanfragen, die vielgepriesene Öffnung in den Sozialraum und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind bislang jedoch meist ausgeblieben – und das, obwohl das Thema „Ganztag“ nicht erst seit heute existiert.
Chancen sehe ich darin, den Ort Schule mit den o.g. Punkten zu einem Erlebnisort werden zu lassen. Die großen Herausforderungen liegen allerdings darin, Schule davon zu überzeugen, nicht alles alleine machen zu müssen.
2. Was braucht es aus Ihrer Sicht für eine gelingende Kooperation zwischen kommunalen Strukturen, einer Jugendkunstschule als Institution wie der Bleiberger Fabrik und einer Steuergruppe wie in Aachen/der StädteRegion und welchen Mehrwert sehen Sie da?
Zu dieser Frage wurden schon ganz Bücher gefüllt. Ich versuche mich in Kürze daran.
Der Mehrwert der Steuergruppe ist klar: Wir sind das Organ, das die Arbeit der Mitglieder des Netzwerkes inhaltlich belebt. Wir bilden Schnittstellen. So darf ich als Vertreter der Steuergruppe Kulturelle Bildung in der StädteRegion (KuBiS) als Schnittstelle zur Steuergruppe OGS fungieren. So landen die Themen von dem einen auch in dem anderen Ressort und inhaltliche Abstimmungen sind leichter möglich, wenn es zum Beispiel um eine gemeinsames Bildungsverständnis geht.
Wir können als Anbieter kultureller Bildung Gesellschaft verändern. Unsere Projekte, Kurse und Workshops bewegen Menschen. So lange das auch in kommunalen Strukturen klar ist, steht einer gelungenen Kooperation nichts im Weg. Am besten wäre dann, wenn die Qualität der Angebote die notwendige Finanzierung für die Arbeit erfährt und die Arbeit der Einrichtung honoriert, die sie für die Kommune leistet.
3. Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit immer wieder?
Es sind vor allem die vielen Menschen, mit denen man über die Jahre in Verbindung steht. Ich bin seit 1994, damals noch als Teilnehmer unserer Werkwochen, in unserem Haus. Dann ehrenamtlicher Mitarbeiter, später Projektleiter, Jugendkunstschulleiter und heute Leitung des Hauses. Da habe ich viele Menschen kennen gelernt, die heute so etwas wie eine Familie geworden sind. Nicht umsonst heißt einer unserer Leitsätze „Die Bleiberger Fabrik ist ein zu Hause“.
Es ist das bodenständig-traditionelle, zu wissen, dass ich immer wieder in dieses zu Hause kommen kann. Aber gleichzeitig kann ich mich in der Projektarbeit mit neuen Themen auseinandersetzen, Gesellschaft mitgestalten, ja, vielleicht sogar ein bisschen die Welt verändern. Hier lerne ich dauerhaft neue, tolle Menschen kennen, die ähnliches vorhaben. Und ich lerne selbst immer weiter dazu. Das bereitet mir große Freude.
4. Gab es in Ihrer Biografie besondere Wegbereiter/Wegbegleiter kultureller Bildung?
Oh ja, da gab es einige. Es waren vor allem diejenige, mit denen ich groß denken konnte. Diejenigen, die Projektideen hatten, von denen keiner dachte, dass wir sie jemals umsetzen konnten. Und es waren diejenigen, mit denen ich stundenlang über kulturelle Bildung fachsimpeln konnte. Kollegen aus anderen Häusern, von unserem Dachverband. Damit ich niemanden vergesse, spare ich mir eine namentliche Nennung.
5. Woran arbeiten Sie zurzeit?
Aktuell starten wir mit einem Projekt in einem Aachener Park, in dem wir einen Container/Bauwagen aufstellen. Dort ziehen nacheinander über 16 Wochen 8 Künstler*innen ein und errichten dort ihr Atelier. Sie arbeiten vor Ort zum Thema Demokratie und laden Menschen ein, mit ihnen zu arbeiten, den Park zu gestalten und sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Am 20. September, dem Weltkindertag, wollen wir den Abschluss des Projekts mit einem großen Stadtteilfest feiern, das wir als Testlauf für unser 30-jähriges Jugendkunstschul-Jubiläum im kommenden Jahr verstehen.








