2026_06_25_Fachtag_Praevention

Foto: Stefan Eichler

25.06.2026 Fachtag Schutzkonzepte
Prävention im Theater für junges Publikum und in der Kulturellen Bildung

Wann: Donnerstag, 25. Juni 2026, 13:00 bis 18:00 Uhr
Wo: Junges Schauspiel D’haus, Central, Worringerstr. 140, 404210 Düsseldorf

Theater und Tanz bieten Kindern und Jugendlichen besondere Möglichkeiten, sich auszuprobieren, Rollen zu erproben und sich künstlerisch zu erfahren. Sie stärken Selbstwirksamkeit und unterstützen Kinder darin, gut aufzuwachsen.

Gleichzeitig wächst in der kulturellen Bildung NRWs der Bedarf an Fortbildung und Beratung rund um Prävention und Kinderschutz. Gerade in künstlerisch-pädagogischen Kontexten entstehen besondere Anforderungen: körperliche Nähe, emotionale Ausdrucksarbeit und offene Kommunikationsformen eröffnen große Chancen. Sie erfordern aber auch ein klares professionelles Selbstverständnis und sichere institutionelle Rahmenbedingungen.

Die Arbeitsstelle “Kulturelle Bildung NRW” in Kooperation mit “Junges Schauspiel D’haus” und mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW lädt Sie herzlich ein zum Fachtag „Schutzkonzepte. Prävention im Theater für junges Publikum und in der Kulturellen Bildung“.

Im Rahmend des Fachtags bringen wir Erkenntnisse und Praxiserfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen zum Kinderschutz und Prävention zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten und die Stärkung von Handlungssicherheit bei den jeweiligen Akteur*innen, die in der Praxis mit Kindern und Jugendlichen im Theater sowie in der kulturellen Bildung arbeiten. Ziel ist es, Kinderschutz in Theater, Tanz und kultureller Bildung nachhaltig zu verankern.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich online bis Donnerstag, 18. Juni 2026 an. 

 Zur Anmeldung

Hinweis: Anmeldungen aus dem Bereich „Theater für junges Publikum“ werden vorrangig behandelt.

Kontakt: Telefon: 02191. 794 – 370
E-Mail: info@kulturellebildung-nrw.de
Anschrift:
Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW
Küppelstein 34, 42857 Remscheid

Veranstaltet wird der Fachtag durch die Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung NRW“ in Zusammenarbeit mit dem Jungen Schauspiel D’haus unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

Awareness-Hinweis
Dieser Fachtag widmet sich einem gesellschaftlich bedeutsamen und für viele Menschen persönlich berührenden Thema. Er behandelt Themen rund um Kinderschutz und Prävention sexueller Gewalt. Inhalte können Fallbeispiele, Erfahrungsberichte und fachliche Auseinandersetzungen mit Täter*innen-Strukturen umfassen. Diese Inhalte können emotionale Reaktionen hervorrufen auch bei Fachpersonen mit langjähriger Berufserfahrung.

Wir freuen uns daher über Ihre Teilnahme und möchten gemeinsam einen Raum gestalten, der von gegenseitigem Respekt, fachlicher Ernsthaftigkeit und Fürsorge für alle Anwesenden geprägt ist. Grundlage hierfür ist der Code of Conduct

Die Tagung verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit fachpolitischen Einordnungen und praxisnahen Impulsen.


Zur Anmeldung

Zum Code of Conduct 


Programm

10:00 – 12:00 Uhr
Optional: Vorstellungsbesuch WOLF von Saša Stanišić

Wolf
Ein Stück über Mut und Freundschaft von Saša Stanišić
ab 10 Jahren
Regie: Carmen Schwarz
Central 1

Nähere Infomationen: Wolf | D’haus – Düsseldorfer Schauspielhaus

12:00 – 13:00 Uhr
Mittagsimbiss & „Gallery Walk“
Verschiedener Fachstellen, Anlaufstellen und Initiativen im Foyer zum Thema „Prävention, Kinderschutz für junges Publikum im Theater und in der kulturellen Bildung“

13:00 – 13:05 Uhr
Begrüßung Leiter Junges Schauspiel
Stefan Fischer-Fels

13:05 – 13:10 Uhr
Begrüßung Ministerium für Kultur und Wissenschaften
Ministerin Ina Brandes

13:10 – 13:45 Uhr
Keynote
Kinder – Minderheit ohne Schutz. Aufwachsen in der alternden Gesellschaft“
Prof. Dr. rer. pol. habil.  Sebastian Kurtenbach, Professor für Politikwissenschaft und Co-Autor „Kinder – Minderheit ohne Schutz“

13:45 – 14:15 Uhr
Keynote „Wir müssen reden – Warum es so wichtig ist, über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu sprechen“
Petra Ladenburger, Beauftragte des Landes NRW für Kinderschutz und Kinderrechte

14:15 – 14:30 Uhr
15 min. Pause

14:30 – 15:30 Uhr
Workshop-Phase I

1. „Gesellschaftliche Verantwortungsübernahme als Balanceakt zwischen Schutz, Teilhabe und Bildung: Herausforderungen und Möglichkeiten in der Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“
Prof. Dr. Fatma Çelik, Professorin für Psychologie der Lebensspanne, Kommissarische Leitung Forschungs- und Transferschwerpunkt für Kinderschutz und Kinderrechte in NRW, HSD

2. „Hinterm Vorhang: Schutz und Empowerment auf der Bühne“
Cornelia Rössler und Britta Sensenschmidt, LAG Spiel und Theater NRW e.V.

3. „Dann rufe ich die Polizei! – Handlungssicherheit zwischen eigenem Auftrag und strafverfolgender Verantwortung“,
Jörn Biedka, Polizei Düsseldorf und Mitglied Kriminalpräventiver Rat

4. „Offenlegungen begegnen: Gesprächsführung mit Betroffenen“
Pascal Feldmann-Schultheis, Fachstelle Prävention vor sexualisierter Gewalt

5. „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Theater für junges Publikum durch die Stärkung von Kinderrechten“
Nadine Dersen, Fachkraft Prävention und Kinderrechte der Landesvereinigung Kulturelle
Jugendarbeit e. V.

6. „Macht abgeben! Machtkritische Kinder- und Jugendbeteiligung als Grundlage von Prävention”
Joanna Sinoplu, Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung NRW“

15:30 – 15:45 Uhr
15 min. Pause

15:45 – 16:45 Uhr
Workshop-Phase II

16:45 – 17:00 Uhr
15 min. Pause für Rückkehr ins Plenum

17:15 – 17:45 Uhr
„Prävention tut gut“
Abschlussgespräch mit Prof. Dr. rer. pol. habil. Kurtenbach, Pascal Feldmann-Schultheis,
Prof. Dr. Fatma Çelik

17:45 – 18:00 Uhr
Verabschiedung

18:00 Uhr
Ende der Veranstaltung


Workshops

Es können zwei unterschiedliche Workshops nacheinander besucht werden:

1. „Gesellschaftliche Verantwortungsübernahme als Balanceakt zwischen Schutz, Teilhabe und Bildung: Herausforderungen und Möglichkeiten in der Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“
Prof. Dr. Fatma Çelik, Professorin für Psychologie der Lebensspanne, Kommissarische Leitung Forschungs- und Transferschwerpunkt für Kinderschutz und Kinderrechte in NRW, HSD
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (SGK) ist weltweit verbreitet und kann langfristige Folgen haben. Prävention umfasst verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen; letztere betonen die Verantwortung der Gesellschaft. Faktoren wie Mythen über SGK können die Hilfesuche erschweren. Der interaktive Impulsvortrag identifiziert solche Mythen und vermittelt ein empirisch fundiertes Verständnis von SGK.

2. „Hinterm Vorhang: Schutz und Empowerment auf der Bühne“
Cornelia Rössler und Britta Sensenschmidt, LAG Theater und Spiel NRW e.V.
In diesem Workshop stellen die Referentinnen kurz das Präventions-Theaterprogramm „Hinterm Vorhang“ vor, welches das Schutzkonzept der LAG Spiel & Theater NRW spielerisch erlebbar macht.  Die Teilnehmenden erproben anschließend ausgewählte Übungen und kommen ins Gespräch. Im Fokus stehen Kinderschutz, Empowerment und eine grenzsensible Theaterpädagogik.

3. „Dann rufe ich die Polizei! – Handlungssicherheit zwischen eigenem Auftrag und strafverfolgender Verantwortung“,
Jörn Biedka, Kriminalhauptkommissar Polizei Düsseldorf und Mitglied Kriminalpräventiver Rat
„Dann rufe ich die Polizei!” ist ein Satz, der in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schnell ausgesprochen wird, aber selten so einfach ist, wie er klingt. Gerade wenn es um den Verdacht auf sexualisierte Gewalt an Minderjährigen geht, stehen Fachkräfte vor komplexen Abwägungen: Was ist meine Pflicht? Was ist meine Rolle? Und wo endet mein Auftrag? Und wo der der Polizei? Dieser Workshop schafft Raum, genau diese Fragen zu klären. Er richtet sich an Fachkräfte, die im Alltag mit der Frage konfrontiert sind: Wann muss ich handeln – und wie? Und wie sieht der Werdegang eines Strafverfahrens aus?

4. Offenlegungen begegnen: Gesprächsführung mit Betroffenen“
Pascal Feldmann-Schultheis, Fachstelle Prävention vor sexualisierter Gewalt
In diesem Workshop setzen wir uns mit Situationen auseinander, in denen Betroffene ihre (sexualisierten) Gewalterfahrungen offenlegen. Wir schauen auf Bedürfnisse betroffener (junger) Menschen und welche Anforderungen an helfende Personen bestehen, damit möglichst schnell, achtsam und nachhaltig Unterstützung geleistet werden kann.

5. „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Theater für junges Publikum durch die Stärkung von Kinderrechten“
Nadine Dersen, Fachkraft Prävention und Kinderrechte der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit e. V.
Kinderrechte als Schlüssel zur Prävention sexualisierter Gewalt: Der Workshop zeigt, wie Schutz, Beteiligung und Selbstbestimmung in der Theaterarbeit mit jungen Menschen gestärkt werden können. Anhand praxisnaher Beispiele reflektieren wir Machtverhältnisse, Grenzsituationen und Handlungsmöglichkeiten im künstlerischen Alltag.

6. „Macht abgeben! Machtkritische Kinder- und Jugendbeteiligung als Grundlage von Prävention“
Joanna Sinoplu, Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung NRW“
Kinderschutz braucht echte Beteiligung. In dem kooperativen Planspiel „Macht abgeben!“, entwickelt von der Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung NRW“, setzen wir uns spielerisch mit Machtstrukturen, Adultismus und Partizipation auseinander. Gemeinsam wird erprobt, wie Entscheidungsprozesse so gestaltet werden können, dass Kinder und Jugendliche wirklich gehört werden und nicht nur formal beteiligt sind. Denn wo Macht unkritisch bleibt, entstehen Schutzlücken.