




Mehr als Vielfalt: Migrantische Perspektiven in der kulturellen Bildung
Unter dem Titel „Mehr als Vielfalt: Migrantische Perspektiven in der kulturellen Bildung“ widmete sich der diesjährige Fachtag des Landesprogramms Kulturrucksack NRW der Frage, welche Rolle migrantische Selbstorganisationen (MSOs) und Neue Deutsche Organisationen bereits heute in der kulturellen Bildungslandschaft einnehmen und welche Potenziale in einer stärkeren Zusammenarbeit liegen. Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch über bestehende Strukturen, Barrieren und Machtverhältnisse sowie die gemeinsame Suche nach Wegen für eine diversitätssensible und partnerschaftliche kulturelle Bildungsarbeit.
Rund 80 Teilnehmende und zwanzig Referent*innen aus Kultur- und Jugendeinrichtungen, Vereinen, Kommunalen Integrationszentren, Kultur- und Jugendämtern sowie freiberufliche Künstler*innen, Migrant*innenselbstorganisationen und Neue Deutsche Organisationen e. V. kamen zusammen, um sich über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven einer diversitätssensiblen kulturellen Bildungsarbeit auszutauschen. Das positive Feedback zum Fachtag macht deutlich, auf wie großes Interesse das Thema stößt. Besonders hervorgehoben wurden die gelungene Mischung aus übergreifendem gesellschaftlichem Diskurs und konkreten Diskussionen zur Praxis in der kulturellen Bildung sowie die Möglichkeit zum überregionalen Austausch und zur Vernetzung mit Fachkräften und anderen Teilnehmenden im Rahmen der Veranstaltung.
Einen zentralen Impuls setzte Leyla Ercan, Kulturmanagerin, Beraterin und Lehrbeauftragte für Diversitätsentwicklung. In ihrem Vortrag zu migrantischen Perspektiven in der kulturellen Bildung machte sie deutlich, welche strukturellen Hürden weiterhin bestehen und wie wichtig es ist, migrantische Expertise nicht nur sichtbar zu machen, sondern aktiv in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Für viele Teilnehmende war ihr Beitrag einer der wichtigsten Momente des Tages, da er bestehende Machtverhältnisse kritisch beleuchtete und zugleich konkrete Perspektiven für Veränderung eröffnete.
Im anschließenden Podiumsgespräch wurde die Bedeutung migrantischer Organisationen als wichtige Partner in der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen diskutiert. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Welche Strukturen müssen verändert werden, damit Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingen kann? ? Welche strukturellen Hürden bestehen weiterhin für migrantische Organisationen? Und wie muss kulturelle Bildung in einer postmigrantischen Gesellschaft gestaltet werden, damit sich Kinder und Jugendliche repräsentiert und wirksam erleben können?
Besonders intensiv wurde der fachliche Austausch in den acht thematischen Foren des Nachmittags fortgeführt. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich zu Themen wie Elternarbeit, Mehrsprachigkeit, Empowerment und diversitätssensibler Projektarbeit auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln. Die Foren boten Raum für offene Diskussionen, kritische Reflexion und praxisnahe Weiterbildung.
Der Fachtag machte deutlich, wie bereichernd kulturelle Zusammenarbeit sein kann, wenn unterschiedliche Perspektiven ernst genommen und gemeinsam gestaltet werden. Er setzte wichtige Impulse für eine kulturelle Bildungsarbeit, die gerechter, vielfältiger und zukunftsfähig ist – und zeigte zugleich, wie groß das Interesse an weiterführendem Austausch und nachhaltiger Vernetzung ist.
„Ich wollte euch gerne rückmelden, wie gut mir die Tagung gestern gefallen hat. Die Keynote war so gut auf den Punkt und hat einfach so viele Strukturfehler sichtbar gemacht – super! Die Podiumsdiskussion war total spannend und abwechslungsreich, auch hier eine tolle Zusammensetzung der Sprechenden. Meine beiden Workshops fand ich auch sehr bereichernd – also Danke!“ (Nina Selig, Koordinatorin für kulturelle Bildung der Stadt Bochum)








