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160 Teilnehmende beim digitalen Fachtag

Der Fachtag hat gezeigt, dass es in NRW viele gute Beispiele dafür gibt, wie Kitas kulturelle Bildung fest in ihre pädagogische Arbeit einbeziehen. Die Teilnehmenden bekamen einen umfassenden Einblick in die Konzepte der Kitas und konnten viele unterschiedliche pädagogische und spartenspezifische Ausrichtungen kennenlernen.

Foto: Kita & Co

Rückblick auf den digitalen Fachtag „Kulturelle Bildung in der Kita“ mit über 160 Teilnehmenden

Wie und womit kann kulturelle Bildung nachhaltig in den Kita-Alltag implementiert werden? Unterschiedliche Sichtweisen und mögliche Antworten auf diese Frage konnten Mitarbeiter*innen aus Kitas, Berufskollegs und Kommunen auf dem Fachtag kennenlernen.

Auf dem Fachtag wurde das Modellprojekt des Berufskollegs Lübbecke (Standort Espelkamp) vorgestellt, das in seiner zweijährigen schulischen Ausbildung verschiedene Module zur kulturellen Bildung anbietet. Die Modulinhalte wurden in enger Kooperation mit Künstler*innen und Kultureinrichtungen in den Lehrplan implementiert.  Die Präsentation unterschiedlicher Beispiele von Kitas, die kulturelle Bildung fest in ihre pädagogische Arbeit einbezogen haben, machten deutlich, wie kommunale Strukturen diese Prozesse unterstützen können.

Nach einem Grußwort von Dr. Michael Reitemeyer, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, gab Prof. Dr. Julia Höke von der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn mit ihrem Vortrag „Kinder als Forscher, Künstler, Konstrukteure – wie kulturelle Bildung Lernen beflügelt“ einen hervorragenden Einstieg in die Themen des Fachtags.

Die darauffolgenden Foren zeigten die unterschiedlichen Konzepte der Kitas: eine große Bandbreite mit unterschiedlichen pädagogischen und spartenspezifischen Ausrichtungen, z. B.:

  • Netzwerk Kitamusik NRW
    Das Netzwerk will in Kooperation mit dem Familienzentrum & KiTa Niehler Elternverein e. V. Musik nachhaltig in den mehr als 10.000 Kitas in NRW verankern.
  • Kulturkindergarten Wuppertal
    Das Haus zeigt, wie durch Kooperationen, Netzwerke und Integration in den Kindergartenalltag künstlerisch-kreative Impulse für Kinder und Familien möglich werden.
  • Kita Pöppenteich, Detmold
    Die erste Kita in NRW, die schriftlich die Beteiligung von Kindern erarbeitet hat und Einblicke in ihre Mitbestimmungs- und Entscheidungsstrukturen gab.
  • DRK Kita Villa Sonnenschein, Herford
    Die Leitung der Kita zeigte an einem Best-Practice-Projekt, wie die praktische Umsetzung frühkindlicher kultureller Bildungsprojekte in der Kita gelingen kann.
  • Villa Kunterbunt, Minden
    Die erste Musikkita in Minden ist seit 2020 im Aufbau und hatte zu einem offenen Austausch über den Weg zu einer Musikkita eingeladen.

Als kommunale Unterstützungsstruktur wurde das Bildungsprogramm Kita & Co des Kreises Herford vorgestellt:

  • Kita & Co zeigte wie der „Übergang von der Kita in die Grundschule“ erfolgreich gestaltet werden kann und welche Rolle die kulturelle Bildung dabei spielt.

In einem weiteren Forum wurde der Modellversuch „Kulturelle Bildung in der Erzieher*innenausbildung“ des Berufskollegs Lübbecke am Standort Espelkamp präsentiert:

  • Lehrerinnen, Künstlerinnen und Studierende gaben Einblicke in die Module. Das Besondere an diesem Modellversuch ist, dass die Studierenden gemeinsam mit Künstler*innen Kunst und Kultur im Unterricht aktiv erleben und ihre dabei erworbenen Kompetenzen konkret in der sozialpädagogischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen umzusetzen.

Die Beispiele zeigen, welchen großen Mehrwert die Öffnung von Kitas für die Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Kultureinrichtungen für alle Beteiligten hat. Die Kinder lernen den Sozialraum kennen, beteiligen sich an Projekten, nutzen Angebote anderer Institutionen, Organisationen, Vereine … und erleben vielfältige Kunstformen. Somit strahlt die Öffnung der Kita auch wieder in die Kommune zurück. Kommunale Strukturen können diese Prozesse unterstützen und nachhaltig verankern.

Der vorgestellte landesgeförderte Modellversuch macht deutlich, dass in NRW wichtige Schritte in der Erzieher*innenausbildung umgesetzt werden. Und es zeigt, welche Bedeutung zugeschrieben wird, damit kulturelle Bildung ein selbstverständlicher Bestandteil frühkindlicher und vorschulischer Bildung wird.